NEU: Nassenheider Verdunster pro

Der Nassenheider Verdunster professionell löst den Nassenheider Verdunster horizontal ab. Er ist einfacher und sicherer in der Handhabung:

Gebrauchsanleitung

Zusammenbau

Hilfe! Wie setze ich die einzelnen Teile zusammen?

Video-Clip
Bildergalerie

Handhabung

Verdunster befüllen und in die Bienenkiste hinein stellen:

Video-Clip

Trennschied entfernen

Ggf. muss vorher noch das Trennschied entnommen werden:

Video-Clip

weitere Infos

Varroadiagnose

Varroadiagnose mit Puderzucker
Mit der Puder- zuckermethode können Sie ganz einfach bestimmen, ob eine Ameisen- säurebehandlung nötig ist.
Weiter zur ausführlichen Anleitung

Sommerbehandlung gegen die Varroamilbe mit Ameisensäure

Die Bienenkiste

Sommerbehandlung gegen die Varroamilbe mit Ameisensäure

Letzte Bearbeitung: 10.10.2015
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Im Sommer nach der Honigernte (ungefähr zwischen Mitte und Ende Juli) ist eine erste Behandlung gegen die Varroamilbe notwendig. Auch junge Völker (diesjährige Schwärme) sollten behandelt werden!

Das ist wichtig, damit die Bienen bei der Aufzucht der Winterbienen nicht schon von dem Parasiten so sehr geschwächt sind, dass sie im Laufe des Herbstes daran sterben. Diese Behandlung dient der Entlastung. Erst im November, wenn die Bienen nicht mehr brüten, ist es möglich, mit Oxalsäure das Bienenvolk komplett zu entmilben.
Nach der Honigernte ist der hintere Raum der Kiste wieder frei. Setzen Sie noch kein Trennschied ein, sondern machen Sie erst die Ameisensäure-Behandlung.

Behandlung von Jungvölkern
Bei Bienenvölkern, die Sie erst in diesem Jahr als Schwarm neu in eine Kiste gesetzt haben, sollten Sie das Trennschied aber nur dann entnehmen, wenn es nicht voll angebaut ist. Falls die Waben am Trennschied richtig angebaut sind und hinten viel Honig eingetragen worden ist, könnte die Entnahme des Trennschieds dazu führen, dass Waben abreißen. Lassen Sie in diesem Falle das Trennschied an seinem Ort. Die Ameisensäure gelangt auch durch den relativ großen Spalt unter dem Trennschied in den vorderen Raum.

Das brauchen Sie für die Behandlung:

Material für Ameisensäure-Behandlung
Material für Ameisensäure-Behandlung

  • Nassenheider Verdunster mit Nachrüstsatz "horizontal"
    (für jede Bienenkiste ein Verdunster)
  • Ameisensäure 60 % ad.us. vet. - als Tierarzneimittel zugelassen
    (Wird literweise verkauft. Ein Liter reicht für 2-4 Bienenkisten/Jahre und ist lagerfähig.)
  • Schwanenhals als Aufsatz für Ameisensäure-Flasche bzw. Laborflasche mit Schwanenhals
  • evtl. Plastik-Trichter (zum Umfüllen)
  • Gummihandschuhe
  • Schutzbrille
  • Eimer mit Wasser

Der Nassenheider Verdunster und Ameisensäure ist im Imkerfachhandel zu beziehen. Ameisensäure ist aber auch bei Apotheken erhältlich: Ameisensäure ad us. vet. 60% (Serumwerk Bernburg AG) oder Varroacid 60 (WDT).

wichtig!
Ameisensäure ist sehr stark ätzend!
Tragen Sie alte Sachen, die Beine und Arme vollständig bedecken, Gummihandschuhe und eine Schutzbrille. Und haben Sie stets einen Eimer Wasser in Reichweite. Vermeiden Sie Spritzer und kleckern, und wischen Sie alles, was mit der Ameisensäure in Berührung gekommen ist, sofort mit einem feuchten Tuch ab.

Die Behandlung ist sehr einfach:

Nassenheider Verdunster: man erkennt die Ameisensäure auf dem Vliestuch, die langsam verdunstet.
Nassenheider Verdunster: man erkennt die Ameisensäure auf dem Vliestuch, die langsam verdunstet.

  • Füllen Sie den Nassenheider Verdunster mit ca. 200ml Ameisensäure ganz voll. Eine Laborflasche mit Schwanenhals hat sich dazu bewährt.
  • Setzen Sie den größten Docht ein und schieben Sie das Schutzgitter über den Docht.
  • Öffnen Sie die Bienenkiste von hinten und legen Sie eine Plastikfolie auf den Boden.
  • Legen Sie das blaue Vliestuch auf die Folie, so dass das Tuch das Holz nicht berührt. (Schneiden Sie es ggf. etwas kleiner, damit es in den Raum hinein passt.)
  • Schieben Sie Folie und Vlies möglichst nah und zentriert an das Wabenwerk.
  • Stellen Sie den Verdunster so auf das Vliestuch, dass der vordere Fuß ungefähr im Zentrum des Tuchs steht. Hier wird die Ameisensäure auf das Tuch tropfen und von dort aus verdunsten.
  • Wenn das Bienenvolk den vorderen Bereich noch nicht ganz ausgebaut hat, so dass noch ein Bereich von vorne bis hinten durchgängig leer ist, raten wir dazu, vorne das Flugloch in diesem Bereich mit einem Schaumstoffstreifen zu verschließen. Ansonsten würden die Bienen die Ameisensäure am Wabenwerk vorbei zum Flugloch ventilieren können und der Wirkungsgrad wäre schlechter.
  • Behandeln Sie alle Bienenvölker an einem Standort gleichzeitig. Sonst besteht die Gefahr, dass die Bienenvölker sich gegenseitig wieder "anstecken" (sog. "Reinvasion").

eingeengtes Flugloch bei nicht vollständig ausgebautem Raum
eingeengtes Flugloch bei nicht vollständig ausgebautem Raum

Kontrolle

Nach 24 Std. sollten Sie die Verdunstungsrate sicherheitshalber kontrollieren, in dem Sie den Verdunster kurz herausnehmen, senkrecht halten und die Skala ablesen. Es dürfen auf keinen Fall mehr als 35ml pro Tag verdunsten (normal sind ca. 25ml). Wenn mehr verdunstet ist, muss der Docht gegen den nächst kleineren ausgetauscht werden.

Das Vliestuch spielt übrigens eine wesentliche Rolle für die korrekte Ameisensäurekonzentration in der Stockluft. In Abhängigkeit von der Temperatur ist der Ameisensäure-Fleck größer oder kleiner. Die Ausdehnung des Ameisensäure-Flecks wiederum bestimmt die Verdunstungsrate. Das Vlies kompensiert dadurch die Außentemperatur und gewährleistet eine gleichmäßige Verdunstungsrate in einem Temperaturbereich von 15 bis 30 Grad Celsius.

Beendigung der Behandlung

Nach Beendigung der Behandlung wird das Trennschied wieder eingesetzt. Falls die Waben bereits wieder weiter gebaut worden sind, wird der Überstand mit dem Stockmeißel oder einem Messer abgeschnitten, damit das Trennschied wieder an die richtige Stelle gesetzt werden kann. Falls Sie eine Holzleiste in den Spalt der Querleiste gesteckt hatten (s.o.), kann diese wieder entfernt werden, denn nun schützt das Trennschied den Spalt ja wieder.
Das Trennschied muss unbedingt wieder eingesetzt werden. Das ist wichtig für eine gute Überwinterung und gewährleistet im Frühjahr, dass die Mittelwand-Leisten im "Honigraum" problemlos eingesetzt werden können!


Zweite Behandlung mit Ameisensäure notwendig?

Bei einem hohen Befall mit Varroamilben kann eine zweite Behandlung nach der Auffütterung (spätestens in der ersten Septemberhälfte) sinnvoll sein. Leider lässt sich hierfür keine einfache Regel aufstellen. Selbst die Methode, Milben mithilfe eines Varroabodens zu zählen, ist nicht ganz zuverlässig.

Orientieren Sie sich an folgenden Kriterien:

Eine zweite Behandlung ist eher nicht notwendig, wenn ...

  • das Volk in diesem Jahr geschwärmt ist.
  • das Volk in diesem Jahr erst in die Bienenkiste gesetzt worden ist.
  • in der Nähe keine weiteren Imker/Bienenvölker sind.

Eine zweite Behandlung sollte erwogen werden, wenn...

  • das Volk bereits mindestens ein Jahr alt ist und in diesem Jahr nicht geschwärmt ist.
  • mehrere Bienenvölker/-kisten direkt nebeneinander stehen.
  • weitere Imker/Bienenvölker in der Nähe sind.
  • Zweifel an der Wirksamkeit der ersten Behandlung bestehen (z.B. ungünstiges Wetter).
  • Bienen mit aufsitzenden Milben oder verkrüppelten Flügeln beobachtet werden.
  • bei der ersten Behandlung deutlich weniger als 20ml am Tag verdunstet sind.

Wenn Sie unsicher sind, erkundigen Sie sich ggf. auch bei Imkern in der Nachbarschaft oder dem zuständigen Imkerverein/Landesverband, wie die regionale Varroasituation eingeschätzt wird.

Durchführung/Dosierung für die zweite Behandlung im September:

  • Die Behandlung sollte möglichst bis Mitte September abgeschlossen sein.
  • Entnehmen Sie das Trennschied erneut.
  • Nehmen Sie den mittleren Docht. Es sollten zwischen 10-15 ml pro Tag verdunsten. Bei höheren Verdunstungsraten wechseln Sie den Docht gegen den kleinen Docht aus.
  • Da bei niedrigeren Außentemperaturen die Säure langsamer verdunstet, ist der Fleck auf dem Vliestuch größer. Das Tuch muss ausreichend groß sein, damit keine Säure "über den Rand läuft". (ggf. nächstkleineren Docht nehmen, um die Verdunstungsrate zu reduzieren.)
  • Behandeln Sie ca. 10 Tage. Füllen Sie also ca. 150ml in den Verdunster.