Erfahrungsbericht

Bienenfreund hatte das Pech, dass in der Nähe ein Faulbrutfall gemeldet worden ist. Seinen Besuch vom Veterinär schildert er in diesem kurzen Erfahrungsbericht.

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Infoblatt Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

Beispiel-Bescheid vom Veterinäramt
Beispiel des Bescheids vom Veterinäramt Download (pdf)

Futterkranzprobe entnehmen

Die Bienenkiste

Futterkranzprobe entnehmen

Letzte Bearbeitung: 19.07.2014
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


So führen Sie eine Futterkranzprobe durch, um sicher zu sein, dass Ihr Bienenvolk keine Sporen der bösartigen ("amerikanischen") Faulbrut hat. Sie sollten das regelmäßig zumindest alle 2-3 Jahre machen, besser jedes Jahr. Wenn in Ihrer Nachbarschaft Amerikanische Faulbrut ausgebrochen ist, wird der Veterinär oder Bienensachverständige bei Ihnen eine Futterkranzprobe anordnen.
Eine Futterkranzprobe Ihrer Völker liefert nicht nur Aussagen über den Gesundheitszustand Ihrer Bienenvölker sondern kann auch Hinweise auf Faulbrutquellen in Ihrer Nähe liefern, die der Veterinär dann weiter verfolgen kann um Krankheitsquellen auszumerzen.

Eine Futterkranzprobe kann immer durchgeführt werden, wenn Bienenflug ist. Der beste Zeitpunkt liegt vor Beginn der Bienensaison im April oder nach der Honigernte im August/September. Es ist schwieriger, eine Futterkranzprobe durchzuführen, wenn der Honigraum mit Waben bestückt ist.

Anleitung

Material
Sie benötigen ein Honigglas, zwei Haushaltsbeutel (Gefrierbeutel o.ä.), einen sauberen Esslöffel, Eimer mit Wasser und Tuch, Stockmeißel und ggf. ein langes Messer (mind. 20cm Klinge).

Vorbereitung
Öffnen Sie die Bienenkiste normal (hochstellen und den Boden öffnen), entnehmen Sie das Trennschied, geben Sie noch einmal von hinten kräftig Rauch.

Wabe ausschneiden
Wählen Sie eine bebrütete Wabe aus, die in der Mitte des Brutnestes liegt - also eine Wabe, die schon etwas dunkler ist. Schneiden Sie mit dem Messer oder Stockmeißel 10-20 cm nah an der Basis - also der Trägerleiste - entlang von hinten in die Wabe. Dann schneiden Sie die Wabe auf dieser Höhe von der Wabenunterkante aus in Richtung Trägerleiste, so dass Sie ein rechteckiges Stück Wabe von hinten entnommen haben. Die ggf. aufsitzenden Bienen werden abgefegt oder -geschüttelt.
Gehen Sie bei der im Kasten verbleibenden Wabe an der Schnittfläche noch einmal rechts und links schräg mit dem Stockmeißel entlang, so dass die Kante nicht mehr gerade ist, sondern spitz zuläuft. Dann haben die Bienen einen saubereren Ansatzpunkt, um die Wabe an dieser Stelle wieder weiter zu bauen.

Honig entnehmen
Stecken Sie einen Haushaltsbeutel in das Honigglas und ziehen Sie die Ränder außen über das Glas (wie ein Müllbeutel im Mülleimer). Kratzen Sie mit dem Esslöffel den Honig aus dem Wabenstück und lassen ihn in die Tüte tropfen. (Es ist ganz normal und unproblematisch, dass auch Wachsstückchen mitkommen.) Man kann aus bis zu 6 Völkern eine Sammelprobe anfertigen.

Die Gesamtmenge muss ca. 6 EL Honig betragen. Wenn Sie also mehrere Völker beproben, dann können Sie pro Volk kleinere Wabenstücke herausschneiden. Bei 6 Völkern würde man pro Volk also ca. 1 EL Honig benötigen.

Für Abgabe vorbereiten
Nehmen Sie den Beutel aus dem Glas (das Glas hat nur als "Einfüllhilfe" gedient). Der Beutel wird verschlossen (am besten fest zuknoten) und in einen anderen sauberen Beutel gesteckt, der ebenfalls fest verschlossen wird. Auf den Beutel kommt ein Aufkleber mit folgenden Angaben:

  • Anzahl der Völker bei Sammelprobe
  • Standort der Völker
  • Registriernummer beim Veterinärbehörde

Den Beutel schicken Sie mit einem formlosen Anschreiben an die bei Ihnen zuständige Stelle (Veterinärbehörde, Gesundheitsamt, Länderbieneninstitut o.ä. - erkundigen Sie sich bei der Veterinärbehörde oder dem Imkerverein). Bitten Sie um "eine Untersuchung auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut (Sporenbelastung)" Wiederholen Sie darin auch die o.g. Angaben. Manche Behörden haben dafür auch ein Formular.
Wenn die Futterkranzprobe angeordnet wird oder der Bienensachverständige die Entnahme der Probe vornimmt, dann erfahren Sie von ihm, was mit der Probe geschehen soll.

Die Untersuchung kostet i.d.R. um die € 15,-. Sie bekommen schriftlich Bescheid.

Sie sollten aufpassen, dass sich nicht außerhalb der Kiste Honigklekse befinden (Räubereigefahr).


Wabenkeil

Wenn in dringenden Fällen eine Futterkranzprobe entnommen werden muss, während Waben im Honigraum sind, oder wenn der Veterinär eine Probe näher am Brutnest haben möchte, müssen Sie am Rand des Brutnestes einen sog. "Wabenkeil" herausschneiden:

Wabenkeil
Keilförmiger Schnitt im Brutnest
Spähen Sie in die Wabengassen hinein und schauen Sie, wie weit die Brut auf einer Wabe geht. Die richtige Stelle ist noch ein Stück weiter nach hinten. Falls es bereits verdeckelten Honig gibt, eher in Richtung des verdeckelten Honigs, ansonsten ca. 10 cm hinter der letzten verdeckelten Brut, die Sie von unten erspähen können. Geben Sie kräftig Rauch in die Wabengassen an dieser Stelle.
Schneiden Sie nun mit dem Stockmeißel oder Messer zwei Mal im Abstand von ca. 7-10 cm schräg von der Wabenunterkante in Richtung Trägerleiste. Und zwar so, dass Sie ungefähr am gleichen Punkt an der Trägerleiste ankommen und ein Dreieck herausgeschnitten haben (lange Seite an der Wabenunterkante, Spitze an der Trägerleiste). Verfahren Sie weiter, wie oben beschrieben.