Benutzte Bienenkiste auf ein neues Bienenvolk vorbereiten

Die Bienenkiste

Benutzte Bienenkiste auf ein neues Bienenvolk vorbereiten

Letzte Bearbeitung: 02.04.2013
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Wie bereite ich meine Bienenkiste auf ein neues Bienenvolk vor, wenn ein Bienenvolk nicht über den Winter kommt oder aufgelöst werden mußte (weil zu schwach oder krank)?

Alte Waben

Falls unklar ist, woran die Bienen gestorben sind, sollten die alten Waben samt Leisten sicherheitshalber vernichtet werden (verbrennen oder Hausmüll)!

Bei nicht ansteckenden Todesursachen, wie z.B. Weisellosigkeit oder verhungern im Winter oder Varroabefall, können die alten Leisten und teilweise auch Waben wiederverwendet werden. Zunächst einmal entnehmen Sie alle alten Waben und die restliche Innenkonstruktion (Querleisten, seitliche Auflageleisten).

Waben wiederverwenden
Schneiden Sie die Teile der Waben, die nicht mit Honig gefüllt sind - insbesondere das Brutnest - mit einem scharfen Sägemesser (z.B. Steakmesser) heraus, so dass ein paar Reihen leere Waben stehen bleiben. Schneiden Sie möglichst nicht in gefüllte Honigwaben, damit kein Honig herausläuft. Lassen Sie auf jeden Fall 2 cm zur Trägerleiste hin stehen. Hantieren Sie vorsichtig mit den Waben, dass das Wachs nicht bricht. "Spitzen" Sie die Schnittfläche an, in dem Sie rechts und links seitlich noch einmal entlang schneiden, oder die Ränder mit zwei Fingern zusammendrücken. Dadurch geben Sie den Bienen einen besseren Anknüpfungspunkt zum Weiterbauen vor.
Dies empfiehlt sich aber nur bei Waben im Bereich des alten Brutnestes, die nicht mehr viel Honig enthalten. Randwaben mit viel Honig oder mit jungem, brüchigen, weißen Wachs können so nicht behandelt, sondern müssen neu mit Anfangsstreifen versehen werden:

Anfangsleisten neu vorbereiten
Waben, die Sie nicht so behandeln können, werden komplett von den Leisten an der Basis abgeschnitten (so wie bei der Honigernte). Je nach Jahreszeit und Umständen können Sie evtl. honiggefüllte Wabenstückchen aussortieren und noch ernten - entweder für den eigenen Verzehr oder als hochwertiges Futter für die Bienen. Hier gilt aber ebenfalls: Auf keinen Fall Honig verwenden, wenn die Bienen eine ansteckende Krankheit hatten!
Die Leisten werden mit dem Stockmeißel sauber gekratzt und vorsichtig mit einem Schraubenzieher o.ä. geöffnet, so dass die Nägel nicht verbiegen. Legen Sie neue Anfangstreifen ein und fügen Sie die Teile wieder zusammen (siehe Bauanleitung: Innenausbau). Normalerweise reicht die Spannung der Nägel aus, dass die Streifen sicher gehalten werden. Man kann die Teile mit der Hand wieder zusammenschieben, sollte aber noch einmal mit dem Hammer drüber klopfen. Falls die Verbindung ausgeleiert ist, sollten Sie mehrere Nägel neu an einer anderen Stelle setzen!
Tipp: behandeln Sie jede Leiste nacheinander, so dass Sie nicht den Überblick verlieren, welche beiden Leisten wieder zusammen passen.

neue Anfangsstreifen-Trägerleisten

Wenn Sie unsicher im Blick auf die alten Waben sind, sollten Sie einfach ganz neue Trägerleisten mit Anfangsstreifen vorbereiten. Die alten Leisten und Waben können entweder komplett vernichtet werden oder aber die alten Holzleisten werden später in Ruhe gesäubert, aufbewahrt und dann evtl. beim nächsten Mal wieder verwendet.

Kiste säubern

Reinigen Sie die Kiste gründlich von innen: Kratzen Sie Propolis und Wachsrest heraus und wischen Sie die Kiste mit lauwarmen Wasser aus. Wenn die Kiste schon länger in Betrieb war, oder wenn man unsicher ist über die Todesursache des Bienenvolkes, muss sie zusätzlich ausgeflammt werden:
Gehen Sie mit einem Gasbrenner über das Holz, so dass es sich leicht verfärbt, aber nicht verbrennt!

Neustart

Setzen Sie die abgeschnittenen Waben oder Anfangsstreifen-Leisten gemäß der Bauanleitung wieder ein und besiedeln Sie die Kiste mit einem neuen Bienenschwarm.