Die traditionelle Nebenerwerbsimkerei

Die Bienenkiste

Die traditionelle Nebenerwerbsimkerei

Letzte Bearbeitung: 06.01.2011
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Warum Sie keine Zukunft mehr hat

Der traditionelle Imker war Nebenerwerbsimker. Dieses Konzept ist heute aber nicht mehr stimmig:

Mehr Honig zu produzieren als man selbst braucht - um ihn dann zu verkaufen - hat früher noch Sinn gemacht, als der Arbeitslohn gering war und die Lebensmittelpreise hoch. Heute ist es aber umgekehrt. Man bekommt guten Honig aus Übersee zu sehr günstigen Preisen. Wenn man nur einen halbwegs angemessenen Stundenlohn ansetzen würde und die gesamten Investitionen mit berücksichtigt, dann ist die Nebenerwerbsimkerei für die meisten Menschen heute keine attraktive Perspektive mehr.

Außerdem können viele Menschen heute nicht mehr so viel Zeit und Energie in ein einziges Hobby stecken. Das Leben ist vielschichtiger und komplexer geworden.

In der "Aufrüstungsspirale"

Selbst wenn man Bienen eigentlich nur in ganz kleinem Maßstab halten wollte - aus Freude an der Natur und zur Selbstversorgung mit Honig - kommt man schnell in eine „Aufrüstungsspirale“ und ist mit unzähligen Tätigkeiten befasst: Man muss Rähmchen bauen, braucht Lagerraum für überzählige Magazinzargen und Waben, braucht eine Honigschleuder, Transportmöglichkeiten, ...
Für ein bis zwei Bienenvölker erscheint der Aufwand schnell ineffizient und ehe man sich versieht, hat man zehn Bienenvölker, erntet mehrere hundert Kilo Honig und denkt über einen Verkaufsstand am Wochenmarkt nach...

Bei der traditionellen Art zu imkern geht es um Ertragsmaximierung

Die traditionelle Magazinbetriebsweise (eigentlich alle Mobilbaukonzepte) beruht auf dem Konzept der industriellen Landwirtschaft: standartisierte Ausrüstung, standartisierte Verfahren, möglichst hoher Ertrag.

Bienenhaltung hält man per se für eine sehr natürliche, ökologische Sache. Die heute übliche Art zu imkern ist aber gar nicht so weit entfernt von anderen Arten der Massentierhaltung:
Wir geben den Bienen einen künstlichen Lebensraum in Form von vorgeprägten Wachsplatten und Rähmchen vor, wir reißen das Wabenwerk ständig auseinander, bauen es um, unterdrücken den Schwarmtrieb, und die Drohnenpopulation, ...

Dabei können Bienenvölker ihre Angelegenheiten eigentlich seit Millionen von Jahren vollständig alleine regeln! Abgesehen davon, dass es heute bei uns nur noch wenige natürliche Nistmöglichkeiten gibt - stattdessen aber die Varroamilbe - brauchen die Bienen den Menschen gar nicht. Warum also der ganze Aufwand?

Es müsste doch eigentlich reichen, den Bienen eine Nistmöglichkeit zur Verfügung zu stellen und sie vor dem Varroa-Parasiten zu schützen!?


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