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Bienenkisten-Blog

Die Bienenkiste

Bienenkisten-Blog

Letzte Bearbeitung: 18.05.2012
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Anfängerfragen

Samstag, 06.11.2010

Viele Bienenkisten-Imker treibt die Frage um, ob Sie genug für ihr Bienenvolk im Blick auf die Überwinterung getan haben. Man kann bei der Bienenhaltung gut „loslassen“ lernen. Die Bienen müssen alleine aus eigener Kraft den Winter überstehen. Es gibt während der kalten Jahreshälfte fast nichts mehr zu tun, und im Zweifel sind Eingriffe oder gut gemeinte Hilfsmaßnahmen eher schädlich.

Video-Clip

Im Video-Clip Winterfürsorge werden viele Fragen beantwortet.

Außerdem habe ich hier noch mal ein paar Themen aufgegriffen:


Woran liegt es, dass die Bienen im Herbst eher mal aggressiv reagieren?

Es liegt in erster Linie an der Jahreszeit. Die Sommersonnenwende Ende Juni markiert einen Wendepunkt: Die Bienen fangen an, ihre "Belegschaft" zu reduzieren und sich auf den Winter vorzubereiten. Sie wissen, dass kaum noch Nektar zu erwarten ist und dass sie ihre Vorräte vor Diebstahl schützen müssen. Dabei sind die ersten Feinde der Bienen andere Bienen(völker). Deshalb haben sie eigentlich auch den Stachel. Auch von Wespen werden die Völker zunehmend bedrängt. Die Grundstimmung im Bienenvolk wird zum Herbst hin daher etwas wehrhafter. Das ist ganz normal. Im nächsten Frühjahr werden die Bienen wieder "entspannter" und friedlicher sein.

Was ist der Grund dafür, dass man nach Mitte September nicht mehr füttert?

Ab Mitte September sind die Temperaturen i.d.R. zu gering, als dass die Bienen die Zuckerlösung noch in Honig umarbeiten könnten. Die Bienen ziehen sich immer enger zusammen und halten sich gegenseitig und die Brut warm. Bei Temperaturen unter 8 Grad können sie diese „Wintertraube“ gar nicht mehr verlassen, um z.B. zum Futtergefäß zu gehen.

Mäuseschutz & Fluglocheinengung

Die Einengung des Fluglochs im Spätsommer hat ausschließlich den Sinn, den Bienen zu helfen, ihr Flugloch leichter gegen Feinde (Wespen, Räuberbienen aus anderen Völkern) zu schützen. Wenn man den Mäuseschutz anbringt, muss die Einengung wieder entfernt werden! Im Winter ist eine gute Belüftung wichtig. Zu enge Fluglöcher können durch tote Bienen, die im Winter ganz natürlich sterben, von innen verstopfen. Zu enge Fluglöcher begünstigen außerdem Schimmelbildung im Kasten. Außerdem muss der Mäuseschutz natürlich auf der gesamten Breite mäusesicher sein. Kunststoff oder Schaumstoff bietet keinen Widerstand gegen Nagerzähne.
(s. Mäuseschutz)

Varroabehandlung/Öffnen der Bienenkiste

Im Winter soll die Bienenkiste weder bewegt noch geöffnet werden. Jede Störung gefährdet den Überwinterungsverlauf. Die einzige Ausnahme ist die Varroabehandlung mit Oxalsäure. Sie muss auf jeden Fall erfolgen und zwar in der brutfreien Zeit. Außerdem sollte es bei der Oxalsäurebehandlung möglichst kalt sein. Diese Bedingungen sind am ehesten im Dezember erfüllt. Im November ist es noch relativ warm, und im Januar können die Bienen bereits wieder ein kleines Brutnest unterhalten.
(s. Oxalsäurebehandlung)

Warm einpacken?

Bienenvölker können auch sehr tiefe Minustemperaturen aus eigener Kraft überstehen. Es ist wichtig, dass die Bienen im Kasten wissen, wie das Wetter draußen ist, damit sie sich darauf einstellen können. Deshalb ist eine Wärmeisolation eher kontraproduktiv. Wir wollen außerdem im Herbst, dass die Bienen ihr Brutgeschäft möglichst schnell einstellen. Je kälter es in dieser Zeit ist desto besser. Lediglich in der Übergangszeit im Frühjahr, wenn die Bienen schon wieder stärker brüten, es aber immer wieder zu Kälteeinbrüchen kommen kann, hat eine Wärmedämmung einen Sinn. Da die Bienenkiste eine große Dachfläche hat, ist es sinnvoll, diese ab ca. Mitte/Ende Januar mit einer Wolldecke, Weichfaserplatte o.ä. zu dämmen. Weitere Maßnahmen sind nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Auch der Honigraum braucht nicht mit einer Wärmedämmung ausgestopft werden.

Kiste versetzen

Besetzte Bienenkisten können eigentlich nicht auf kurze Distanz versetzt werden. Die Bienen haben sich den Ort der Kiste genau eingeprägt und würden nicht mehr zurück finden, wenn man die Kiste nur um einen Meter versetzt. Auf keinen Fall darf man auf die Idee kommen, die Kiste im Winter an einen wärmeren Ort zu stellen (Garage oder Keller)! Die Bienen halten ja keinen Winterschlaf, sondern fliegen zu jeder Jahreszeit, wenn die Temperaturen entsprechend sind.
Wenn man aber seine Bienenkiste versetzen muss (z.B. an einen anderen, besseren Platz im Garten), dann ist der Winter aber die einzige Möglichkeit dazu. Wenn die Bienen längere Zeit nicht mehr ausfliegen konnten, dann vergessen sie ihren Standort und müssen sich ihn beim ersten Ausflug im neuen Jahr neu einprägen. Hier eine Kurzanleitung zum Versetzen von Bienenkisten im Winter:
Das Versetzen des Kastens sollte erst nach einer längeren Periode, in der die Bienen nicht mehr ausfliegen konnten, geschehen, aber unbedingt vor dem Reinigungsflug. Das wird vermutlich im Januar/Februar der Fall sein. Versuchen Sie, den Kasten beim Versetzen nicht zu sehr durchzuschütteln (also vorsichtig zu zweit tragen). Große Unruhe kann bei den Bienen in dieser Jahreszeit zu Durchfall führen.
Ein Verstellen über längere Distanzen (mehr als. 3km) ist auch im Frühjahr und Sommer möglich. Im Winter sollten Sie die Bienenkiste nicht über längere Distanzen mit dem Auto o.ä. transportieren, weil die damit verbundene Unruhe zu Durchfall führen kann. Wie man eine Bienenkiste innerhalb von mittleren Distanzen versetzt (also zwischen ein paar hundert Metern und drei Kilometern), erkläre ich ein anderes Mal.


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