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Fragen & Antworten

Die Bienenkiste

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Letzte Bearbeitung: 05.07.2011
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Waldhonig

An meinem Standort am Waldrand gibt es im Moment viel Honigtau- und Melezitosehonig, den die Bienen eintragen. Kann man das Volk auf diesem Honig überwintern lassen?

Wenn der Melizitosehonig ohne nennenswerte weitere Trachten kommt, kristallisiert er innerhalb weniger Tage sehr fest. Er ist extrem lecker, schleudern ist unmöglich, aber das ist ja kein Problem bei der Erntetechnik der Bienenkiste – leider aber bei der Überwinterung. Der Honig bringt mit der Belastung der Kotblase dasselbe Überwinterungsproblem wie alle Waldhonige mit sich. Das wird noch verstärkt durch die Kristallisation.

Generell gilt für Waldtrachten: Die Tracht kann sehr stark sein. 5 Kilo pro Tag sind durchaus normal. Die Bienen fliegen auch bei vollem Regen in solch starke Tracht. Das ist ganz typisch. Wichtig ist jetzt, dass Sie umgehend ständig für Platz im Honigraum sorgen, also die Leisten mit Mittelwänden tauschen, auch wenn die Waben noch nicht verdeckelt sind. Dadurch wird die Ablagerung im Brut- und eben in dem Überwinterungsbereich verringert. Nach der Tracht sollten sie möglichst lange warten bevor Sie füttern. Dadurch erfolgt je nach Standort doch noch eine Zehrung. In dem durch die Zehrung und kleiner werdendes Brutnest freien Wabenflächen muss Futter eingelagert werden, welches nicht mit Waldhonig belastet ist. Die Bienen bauen dies als Vorräte bei später Fütterung wintersitznah ein, sodass die Zehrung in den ersten Monaten – wenn alles gut geht – davon erfolgt. Wenn die Zeit vorüber ist, dass die Bienen bei entsprechendem Wetter über Wochen keine Gelegenheit zum Flug und damit zum Abkoten haben, geht es ihnen sehr gut mit Waldhonig. Die Frühjahrsentwicklung darauf ist wunderbar.

Um den gewünschten Effekt zu erreichen würde ich unabhängig von der Honigvorratslage auf jedenfall 10 Liter Futter im Mischungsverhältnis 3/2 (Zucker/Wasser) oder vergleichbar (das Fertigfutter Apiinvert wird zu spätem Zeitpunkt leichter aufgenommen) anbieten. Machen Sie etwas Kamillentee ins Futter.

Die Bienenkiste ist aus diesen Gründen nicht für Waldtrachtstandorte geeignet. Mit solch einer Situation erfolgreich umzugehen, braucht einige imkerliche Erfahrung (überhaupt das Problem zu bemerken) und dann noch Glück beim Witterungsverlauf. Wenn die Bienen genügend Reinigungsflüge haben, gibt es aber keinerlei Problem.


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