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Fragen & Antworten

Die Bienenkiste

Fragen & Antworten

Letzte Bearbeitung: 31.10.2009
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Flache Bauweise: unnatürlich?

Ist die flache, liegende Bauweise der Bienenkiste im Vergleich mit dem hohlen Baum nicht eine unnatürlich Art Bienen zu halten?

Ein hohler Baum als "natürliche Bienenbehausung" anzusehen, ist in erster Linie eine menschliche Idealisierung. Sicherlich haben Bienen in Europa i.d.R. in hohlen Bäumen gesiedelt und man hat das dann mit Klotzbeuten usw. versucht zu imitieren.
Sogenannte "Horizontalbeuten" haben aber auch schon eine viel-tausendjährige Tradition - z.B. Tonröhren in Ägypten (s. Geschichte).
Die Bienenkiste baut auf dem Krainer Bauernstock auf, der sich seit über 300 Jahren bewährt hat. Es ist in gewisser Weise sogar die "Urbehausung" der Carnica - der Kärtner Biene. In ihnen wurden diese Bienen über Jahrhunderte gehalten und gezüchtet.

Jede künstliche Bienenbehausung muss Rücksicht auf die Bedürfnisse und Biologie der Bienen nehmen. Es muss ein bestimmtes Volumen vorhanden sein und der Raum muss so beschaffen sein, dass die Waben genügend Halt haben und nicht abreißen. Sie muss aber auch gut bearbeitet werden können, wenn wir die Bienen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen wollen. Man muss sich als Imker ohne großen Aufwand über den Volkszustand informieren und alle heute notwendigen Eingriffe vornehmen können (Varroabehandlung, ggf. füttern, Schwarmkontrolle, ...)

Der wichtigste Grund, warum wir den Krainer Bauernstock wiederentdeckt haben, ist die einfache Bearbeitung und die Möglichkeit störungsfrei einen guten Einblick in den Zustand des Bienenvolkes nehmen zu können. Natürlich gibt es auch andere Konzepte, einfach Bienen zu halten, wie z.B. Top Bar Hive oder Warré-Beute. Diese sind aber weniger einfach in der Betreuung. Wir haben ein Konzept gesucht, mit dem man mit einem absoluten Minimum an Zeitaufwand und Fachwissen erfolgreich Bienen halten und etwas Honig ernten kann.

Durch den mobilen Stabilbau, den wir eingeführt haben, können Waben entnommen werden, ohne dass man sie aus der Beute herausschneiden muss. Durch die Mittelwände im Honigraum haben wir eine schwarmdämpfende und ertragssteigernde Wirkung. Dadurch, dass man beim Öffnen eine große Oberfläche auf einen Blick sehen kann, hat man einen guten Einblick in die Volksentwicklung. Es ist für Anfänger wichtig, etwas sehen zu können, um ein Gefühl für die Bienen zu entwickeln. Unser Konzept gleicht den grundsätzlichen Nachteil beim Stabilbau (dass man nicht so gut in das Volk reinschauen kann) ein Stück weit aus und ist untrennbar mit der (flachen) Geometrie der Bienenkiste verbunden.


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