Fragen & Antworten

Die Bienenkiste

Fragen & Antworten

Letzte Bearbeitung: 12.10.2014
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Was ist "wesensgemäße Bienenhaltung"?

Wodurch zeichnet sich die "wesensgemäße Bienenhaltung" aus? Warum ist die Bienenkiste eine besonders wesensgemäße Art, Bienen zu halten?

Bei Bienen nennt man die artgerechte Bienenhaltung auch "wesensgemäß". Als soziale Insekten bilden Bienen ein Volk, das als Ganzes vergleichbar ist mit einem Organismus. Es geht also nicht nur um die einzelne Biene, sondern immer auch um das ganze Volk. Man versucht dem Wesen des "Bien" (= des Bienenvolkes) gerecht zu werden. Dieses Wesen ist aber gar nicht so einfach zu fassen. Ein Bienenvolk ist nicht klar im Raum begrenzt und hat eine wechselnde Gestalt. Die Sammelbienen fliegen viele Kilometer weit und dehnen so die Struktur des Volkes in die Landschaft hinein aus. Im Schwarm (der Geburt eines neuen Bienenvolkes) gibt es eine andere Form und Struktur, als später, wenn die Bienen ihr Wabenwerk gebaut haben. Im Sommer ist die Gestalt des Bienenvolkes ganz anders, als im Winter.
Es würde zu weit führen, das Thema an dieser Stelle angemessen zu entfalten. Ich will hier nur ganz praxisbezogen die wichtigsten Grundsätze der wesensgemäßen Bienenhaltung kurz nennen:

  • Bienenwohnung aus natürlichen Materialien (Holz, Stroh)
  • Ungeteiltes Brutnest
    (d.h. ausreichend große Waben im Brutbereich)
  • Naturwabenbau
  • Vermehrung über den Schwarmtrieb
  • Überwinterung auf eigenem Honig
  • Varroabehandlung nur mit organischen Säuren

Man versucht die Bienen so zu halten, dass es ihren natürlichen Lebensbedingungen in freier Natur möglichst weitgehend entspricht. Die Bienen organisieren ihr Leben eigentlich vollkommen selbständig. Sie treffen alle notwendigen Entscheidungen selbst, bauen ihr Wabenwerk selbst, sammeln Vorräte für den Winter, vermehren sich über den Schwarmtrieb, heilen Krankheiten, verteidigen sich gegen Feinde, usw. Bei der wesensgemäßen Bienenhaltung versucht man, den Bienen möglichst große Freiheiten zu lassen, ihren Bedürfnissen entsprechend zu leben und Eingriffe auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Was aus Sicht des Imkers notwendig ist, bleibt aber umstritten. Denn natürlich spielen dabei auch ökonomische Faktoren eine Rolle. Der (Berufs-)Imker muss Honig zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren. So muss z.B. den Bienen i.d.R. der gesamte Honig entnommen werden. Die Bienen müssen dann mit Zucker gefüttert werden, damit sie im Winter nicht verhungern.

Die Bienenkiste erfüllt alle o.g. Anforderungen an eine "wesensgemäße Bienenhaltung".
Sie bietet darüberhinaus die Chance, sich von den ökonomischen Zwängen frei zu machen und auf die Bedürfnisse der Bienen viel stärker einzugehen, als das ein Imker kann, der wirtschaftlich Honig produzieren muss. Uns reicht es, wenn wir ein wenig Honig für den Eigenbedarf ernten können:

  • Stabilbau
    (Der Mobilbau - also die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit Waben im Bienenstock zu entnehmen - ist ein großer Stressfaktor für die Bienen)
  • Vermehrung nur über frei fliegende Naturschwärme
  • ortsfeste Aufstellung
    (Das Transportieren von Bienenvölkern zu verschiedenen Trachtquellen ist ebenfalls ein Stressfaktor)
  • abwechslungsreiche Bienenweide
    (Wir stellen unsere Bienenkisten nicht in Monokultur-Felder auf, sondern im Siedlungsbereich, wo es eine größere Vielfalt an blühenden Pflanzen gibt. Außerdem können wir in unserer eigenen Nachbarschaft auch selbst Einfluss auf das Angebot an blühenden Pflanzen nehmen.)

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