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Die Bienenkiste

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Letzte Bearbeitung: 07.02.2015
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Stechlustige Bienen - Bienenvölker sind unterschiedlich aggressiv

Dienstag, 25.08.2009

US-amerikanische Forscher vermuten, dass das auch damit zusammenhängen könnte, wie oft sie gereizt werden. Denn bei Gefahr werden im Bienenhirn zahlreiche Gene aktiv und zum Teil wirkt diese Aktivität längere Zeit nach. Häufige Reizungen könnten dazu führen, dass die aktiveren Aggressionsgene sogar vererbt werden – die Umwelt hätte damit Einfluss auf das Erbgut. Vielleicht sind hochaggressive Völker wie die Afrikanisierte Honigbiene so entstanden. Sie sind genetisch bedingt deutlich stechlustiger und gefährlicher als Europäische Bienen.
(Quelle: PNAS, WDR 5)

Die Bienen leben auf dem Wabenwerk, was sie gebaut haben. Die Kommunikation läuft über Schwingungen, die sich über die Wabe ausbreiten und über Pheromone (Duftstoffe). In der Natur bleibt dieses Wabenwerk vollkommen unangetastet. Wenn Waben heraus gerissen werden, ist i.d.R. höchste Not: Dann ist ein Bär dabei, den Bienenstock zu zerstören. Kein Wunder, dass die Bienen darauf mit einem Höchstmaß an Agressivität reagieren.

Die moderne Art zu imkern macht aber genau das - und zwar in regelmäßigen Abständen. Die Waben werden einzeln herausgenommen. Für die Bienen bedeutet das maximalen Stress und sie brauchen Tage, bis sie die Störungen und Verletzungen in ihrem Waben-"Körper" wieder geheilt haben. Es ist eine enorme Leistung, dass es überhaupt gelungen ist, Bienen über viele Generationen so sanftmütig zu züchten, dass sie sich das gefallen lassen. Es wird vermutet, dass die Kehrseite dieser mangelnden Verteidigungsbereitschaft ein schlechterer Putztrieb ist, der Krankheiten begünstigt.

Blick auf eine Wabe (verdeckelte Brut)
Blick auf eine Wabe (verdeckelte Brut)

In der Bienenkiste müssen die Waben nicht bewegt werden. Wir können von unten in die Wabengassen schauen und gewinnen ohne das Herausnehmen einzelner Waben einen guten Einblick in den Zustand des Bienenvolkes. Bienenkisten-Imker machen die Erfahrung, dass die Bienen dabei sehr friedlich bleiben. Die o.g. Studie lässt hoffen, dass diese Friedlichkeit, die von einer geringen "Bedrohung" durch den Imker ausgeht, sich sogar im Laufe der Zeit verfestigen und vererben kann, so dass sogar Bienenvölker, die in einem Magazin-Bienenkasten als "stechlustig" aufgefallen sind, in der Bienenkiste nicht automatisch diese Eigenschaften weiter zeigen werden. Der geringe Stress sollte außerdem auch zu einer geringeren Krankheitsanfälligkeit führen.


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