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Die Bienenkiste

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Letzte Bearbeitung: 12.04.2013
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Verhungern die Bienen?

Donnerstag, 11.04.2013

Viele Bienenkisten-Imker fragen sich angesichts des kalten Frühlings langsam, ob ihre Bienen wirklich genug Vorräte haben, und ob man irgend etwas tun soll? Die Situation ist sicherlich nicht in allen Teilen Deutschlands gleich, aber zumindest in Norddeutschland häufen sich die Meldungen von Bienenvölkern mit besorgniserregend geringen Vorräten. Es sind auch schon Völker verhungert.


Notfütterung: Futtergefäß direkt an die Waben gerückt. Trennschied herausgenommen.
In normalen Jahren, und wenn man dafür gesorgt hat, dass die Bienen mit ausreichenden Vorräten in den Winter gegangen sind, ist die vor allem bei Anfängern regelmäßig im Frühjahr aufkeimende Angst, dass die Bienen verhungern, i.d.R. unbegründet.

Bei dem diesjährigen Frühjahrsverlauf sehen ich das aber anders. Man kann davon ausgehen, dass die Vegetationsentwicklung mehrere Wochen zurück ist. Auch wenn de Temperaturen in den nächsten Tagen endlich steigen, ist nicht zu erwarten, dass die Bienen schon draußen genug Nektarquellen finden können. Die lange kalte Phase hat bei den Völkern außerdem dazu geführt, dass die Bruttätigkeit wieder zurückgefahren worden ist. Ich rate jedem Bienenkisten-Imker, seine Bienenkisten in den kommenden Tagen zu wiegen. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Vorräte zuende gehen, ist, wenn die Waben hinten am Trennschied keinen Honig mehr enthalten.

Man sagt, dass ein Bienenvolk zu keinem Zeitpunkt weniger als fünf Kilo Vorräte haben soll. Sonst geht das Volk aus der Brut, um Vorräte zu sparen. Es ist aber in den kommenden Wochen besonders wichtig, dass die Völker kräftig brüten und so auf eine ausreichende Volksstärke kommen.

Ich gehe davon aus, dass mittlerweile viele Bienenkisten-Völker weniger als fünf Kilo Vorräte haben, bzw. kurz vor dem Verhungern stehen. Bei Temperaturen tagsüber deutlich über acht Grad und nicht zu tiefen Nachttemperaturen können Sie flüssig füttern (3:2). In den kommenden Tagen ist das in vielen Regionen Detschlands der Fall. Da es für die Bienen belastend ist, das Zuckerwasser zu verarbeiten, wäre eine Fütterung mit Honig (nur eigenen Honig verwenden, Faulbrutgefahr beachten!, Honig mit wenig Wasser verflüssigen) eigentlich das Beste. Es ist auch schon hilfreich, mindestens 10% Honig in die Zuckerlösung zu geben. Je mehr, desto besser.

Nehmen Sie das Trennschied heraus und schieben Sie das Futtergefäß bis an die Waben. So können die Bienen das Futter schneller finden und leichter erreichen, als wenn es hinter dem Trennschied steht. Wenn Ihre Bienen kaum noch Vorräte haben, sollten Sie möglichst umgehend vier bis fünf Kilo Zucker verfüttern.

Ich habe bei meinen Völkern gestern pro Volk eine jeweils 2 Kilo Zucker als Zuckerlösung (3:2) hineingestellt. Ich habe zusätzlich pro Volk ungefähr ein Glas eigenen Honig in die Lösung gerührt. Mit der zweiten Portion werde ich noch ca. eine Woche warten und hoffen, dass bis dahin die Temperaturen noch weiter gestiegen sind.


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