Volltextsuche

Die komplette Website nach Stichworten durchsuchen:
Volltextsuche

Bienenkisten-Netzwerk

Bienenkisten-Netzwerk: alle Einträge

Suchen Sie Kontakte und Unterstützung in Ihrer Nachbarschaft?

Imkerlotsen finden
Bienenkisten-Imker finden

weitere Imker in Ihrer Nähe:

Mellifera Beratungsnetz
Imker bei heimathonig.de
Imker bei imkerkataster.de
Imkervereine

Erfahrungsberichte

Ich habe heute die Bienenkiste das erste Mal geöffnet und bin begeistert wie gut die Damen inzwischen gebaut haben! Ich konnte tatsächlich ohne Schutzkleidung die Kiste öffnen ohne auch nur von einer einzigen Biene belästigt zu werden. (Gerhard)
Weitere Erfahrungsberichte...

Einführung

Die Bienenkiste

Einführung

Letzte Bearbeitung: 04.05.2011
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


In den Monaten Mai und Juni ist die sogenannte "Schwarmzeit". Kräftige Bienenvölker nutzen den Überfluss an Nektar und Pollen, um sich zu teilen. Etwa die Hälfte der Bienen zieht mit der Königin aus und setzen sich in der Nachbarschaft als "Schwarmtraube" in einen Baum o.ä.. Der Rest der Bienen bleibt in der Bienenkiste und zieht sich eine neue Königin heran. Wenn Sie den Schwarm wieder einfangen, können Sie eine weitere Bienenkiste in Betrieb nehmen. Wenn Sie den Schwarm nicht selbst benötigen, wird sich jemand anders sehr darüber freuen – denn es gibt immer eine große Nachfrage nach Bienenschwärmen: www.schwarmboerse.de
Wenn der Schwarm unbemerkt das Weite suchen sollte, ist das dennoch kein Problem. Im Blick auf das verbleibende Restvolk in Ihrer Bienenkiste ist das ohnehin unerheblich. Es erhält in jedem Falle eine frischen jungen Königin und erneuert sich auf diesem Wege selbst. Und es holt den Verlust an Bienen schnell wieder auf und wird voraussichtlich auch noch eine gute Honigernte einbringen wird. Die mit dem Wechsel der Königin verbundene kurzzeitige Unterbrechung der Bruttätigkeit ist zudem eine natürliche Krankheitsvorsorge.


Schwarmunterdrückung

Viele Imker versuchen, den Schwarmtrieb zu unterdrücken. Sie glauben, dass ihre Bienen dann weniger Honig sammeln. Außerdem ist das Schwarmgeschehen nicht planbar und entzieht sich so ein Stück weit der Kontrolle des Imkers. Der Schwarmtrieb ist aber der Fortpflanzungstrieb des Bienenvolkes und damit von sehr großer Wichtigkeit. Vitalität und Gesundheit sind eng mit dem Schwarmtrieb verknüpft.

Ein konstruktiver Umgang mit dem Schwarmtrieb ist gar nicht so schwierig und erspart dem Bienenkisten-Imker unterm Strich viel „rumgefummel“ an seinen Bienenvölkern:

Schwarmkontrolle

Die Bienen schwärmen nach der ersten Überwinterung alle ein bis zwei Jahre. Ob und wann sie schwärmen hängt von verschiedenen Faktoren wie Wetter, Volksgröße, Trachtangebot usw. ab.

Es gibt einiges, was wir tun können, um nicht vollkommen vom Schwarmgeschehen überrascht zu werden:

Schwarmzellen kontrollieren
Es dauert neun Tage zwischen dem Zeitpunkt, wo ein Ei in eine Königin-Zelle (auch „Weiselzelle" genannt) gelegt wurde und ihrer Verdeckelung. In der Zwischenzeit wächst die Königin-Larve heran. Frühestens ab dem Zeitpunkt der Verdeckelung der ältesten Weiselzelle wird das Volk schwärmen.
Wir können also ab Anfang Mai mindestens alle neun Tage das Bienenvolk nach Königinnen-Zellen absuchen. Üblicherweise macht man das im Wochenrhythmus, z.B. am Wochenende. Dazu wird die Kiste geöffnet und die Unterkante der Waben, bzw. unregelmäßig gebauten Stellen im Wabenwerk nach Weiselzellen durchsucht (s. Bildergalerie unten):
Treiben Sie die Bienen mit dem Smoker in die Wabengassen zurück und verwenden Sie ggf. eine Taschenlampe, um besser sehen zu können. Wenn Sie mit Eiern oder Larven gefüllte oder verdeckelte Weiselzelle sehen, wissen Sie, dass das Volk schwärmen wird. Wenn ein Bienenvolk schwärmen will, werden zumeist viele Weiselzelle gleichzeitig belegt. An der ältesten (also am weitesten fortgeschrittenen) Zelle könnten Sie den frühesten Zweitpunkt des Schwarmabganges abschätzen. Das bedarf aber etwas Erfahrung und man darf keine Zelle übersehen, um sich ganz sicher über den frühesten Zeitpunkt sein zu können. Wenn Sie bei der ersten Durchsicht schon eine verdeckelte Zelle entdecken, kann der Schwarm bereits unbemerkt herausgeflogen sein, bzw. kann ab sofort täglich schwärmen.

Gehen Sie entspannt an die Sache heran und seien Sie unbesorgt! Selbst wenn Sie den Schwarmabgang verpassen, passiert nichts schlimmes. Ihr ursprüngliches Bienenvolk bleibt ja erhalten und wird voraussichtlich auch noch eine gute Honigernte einbringen.

Nach dem Abgang des Schwarmes muss das Bienenvolk in diesem Jahr nicht mehr auf Weiselzellen kontrolliert werden. Ein erneuter Schwarm ist sehr unwahrscheinlich. Der Schwarmtrieb erlischt i.d.R. spätestens zur Zeit der Sommersonnenwende bzw. Johanni (21./24. Juni).

Wetterlage und Uhrzeit
Die Bienen warten normalerweise eine Schönwetterphase ab, bevor sie schwärmen. Sie versuchen es aber vor dem Schlupf der neuen Königin. Da eine Königin 16 Tage vom Ei bis zum Schlupf braucht, verbleibt ein Zeitfenster von ca. einer Woche nach der Verdeckelung der ältesten Königinnenzelle. Sie schwärmen zumeist zwischen dem späten Vormittag und frühen Nachmittag (also „Mittags“). In dieser Zeit sind berufstätige Menschen aber oft nicht zuhause ...

Nachbarn informieren
Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn haben, dann informieren Sie diese und lassen Ihre Handynummer da. Auf öffentlichem Grund kann es auch sinnvoll sein, kleine Infozettel in der Nähe aufzuhängen. Und versprechen Sie dem Schwarm-Melder ein Glas Honig!
Lassen Sie sich ggf. möglichst genau den Schwarmfundort beschreiben und fahren Sie dann am Feierabend dort hin. Der Schwarm bleibt zumeist über Nacht dort hängen und fliegt frühestens am nächsten Morgen weiter. Es ist also normalerweise nicht nötig, extra früher Feierabend zu machen, oder gar Urlaub zu nehmen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, ist es aber eine schöne Idee, an den Tagen, wo man mit einem Schwarm rechnet (verdeckelte Königinnenzellen, schönes Wetter) seine Mittagspause bei den Bienen zu verbringen. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, das Schwarmgeschehen direkt zu beobachten!

Bienen sind Gewohnheitstiere
Sie werden feststellen, dass die Bienenschwärme sich bevorzugt an dieselben Stellen hängen. Nach ein paar Jahren wissen Sie schon, wo Sie suchen müssen.

Vorschwärme und Nachschwärme

Der erste Schwarm mit der alten Bienenkönigin wird auch „Vorschwarm“ genannt. Da die Bienen mehrere Weiselzelle angelegt haben und in einem kräftigen Volk noch Potential für weitere Schwärme ist, kann es sein, dass sich nach dem Schlupf der ersten jungen Königin ein weiterer Schwarm bildet (=„Nachschwarm“). Wenn man seinen Bienenbestand stark vermehren will oder viele Leute kennt, die dringend einen Schwarm benötigen, kann das durchaus erwünscht sein. Häufiger ist man aber froh, wenn man keine weiteren Schwärme hat.
Sie können den Nachschwarm unterbinden, in dem Sie nach Abgang des Vorschwarms alle Weiselzelle bis auf eine herausbrechen/zerstören. Dazu müssen Sie gründlich sein. Es empfiehlt sich, eine jüngere, noch nicht verdeckelte Zelle mit einer Larve stehen zu lassen, weil die Bienen diese Larve dann besonders gut pflegen werden. Wenn Sie eine bereits verdeckelte Weiselzelle stehen lassen, besteht die (geringe) Gefahr, dass Sie ausgerechnet eine übrig lassen, in der die Larve vielleicht nicht ganz in Ordnung ist. (Deshalb legen die Bienen ja auch mehrere Weiselzellen an. Sie wollen ganz sicher sein, dass auf jeden Fall eine fitte Königin dabei ist.)

Und was mache ich mit dem Schwarm?

Wenn Sie den Bienenschwarm nicht selbst brauchen, dann gibt es andere Bienenkisten-Anfänger, die einen Schwarm brauchen und dankbar dafür sind. Sie können ganz einfach und unkompliziert den nächstliegenden Abnehmer über die Schwarmbörse finden.

Kann ich überhaupt noch im Mai und Juni Urlaub machen?

Wenn Ihr Bienenvolk noch nicht geschwärmt ist, ist es eine gute Idee, einen befreundeten Bienenkisten-Imker aus der Umgebung zu bitten, bei längerer Abwesenheit im Mai und Juni die Schwarmkontrolle für Sie zu übernehmen und seine Telefonnummer bei den Nachbarn zu hinterlassen. Sie können sie stattdessen auch auf die Schwarmbörse verweisen, über die Ihr Nachbar ggf. problemlos einen Imker anfordern kann, der sich um den Schwarm kümmert.
Falls niemand da ist, bzw. sich kümmern kann, gilt das oben gesagte: Ein Schwarm, der nicht wieder eingefangen werden kann, sucht sich selbst einen neuen Nistplatz. Da es nur noch wenig geeignete natürliche Nistplätze gibt und Schwärme in der Natur nicht gegen die Varroa-Milbe behandelt werden können, wird er dort wahrscheinlich leider nicht lange überleben können. In Ihrer Bienenkiste verbleibt in jedem Falle das Restvolk mit einer frischen jungen Königin.

Bienenschwarm einfangen

Das Einfangen eines Bienenschwarmes ist relativ einfach – sofern er nicht in zu großer Höhe im Baum hängt. Weiter zur ausführlichen Anleitung...


Fotogalerie: Weiselzellen

sog. Spielnäpfe - sie werden von den Bienen immer zur Schwarmzeit angelegt, unabhängig davon, ob sie tatsächlich bald schwärmen werden.
Druckversion als E-Card versenden vergrößern
Diese Zellen werden nicht nur auf der Unterkante der Waben angelegt, sondern auch am Anfang/Ende der Waben, und bei unregelmäßigem Wabenbau.
Druckversion als E-Card versenden vergrößern
Hier muss man schon genau hinschauen (Bienen mit dem Smoker zurück treiben!): Eine Königinnen-Larve, die im weißen Futtersaft (Gelee Royal) schwimmt.
Druckversion als E-Card versenden vergrößern
Weiselzellen in zwei Stadien: Königinnen-Larve im Futtersaft (oben) und darunter eine verdeckelte Weiselzelle.
Druckversion als E-Card versenden vergrößern
Zwei verdeckelte Weiselzellen von der Seite aus aufgenommen.
Druckversion als E-Card versenden vergrößern
Schlüpfende Bienenkönigin (Zentrum) und leere Zelle einer bereits geschlüpften Königin (rechter Rand)
Druckversion als E-Card versenden vergrößern